Abschlussveranstaltung am 02.11.2021

Abschlussveranstaltung am 02.11.2021

Anfang 2019 startete das Projekt „ALLE im digitalen Wandel“ als eines von 17 Experimentierräumen des Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) in Zusammenarbeit mit der Initiative Neue Qualität der Arbeit. Gemeinsam mit einem Partnernetzwerk bestehend aus sechs ganz unterschiedlichen Unternehmen* haben wir die Herausforderungen untersucht, die die digitalen Transformationsprozesse für Organisationen und ihre Mitarbeitenden mit sich bringen. „Arbeitsorganisation: Neugier & Resilienz“, „Selbstgesteuertes, lebenslanges Lernen“ und „Veränderungskommunikation“ bildeten dabei unsere Themenschwerpunkte.

Zum Abschluss des Projekts „ALLE im digitalen Wandel“ werden wir am 2. November 2021 zusammen mit unseren Partnern einen Blick zurückwerfen: Welche Experimente wurden von den Partnerunternehmen allein und im Verbund durchgeführt? Welche Ergebnisse und Erfahrungen wurden dabei gewonnen? Und wie hat sich die COVID-19-Pandemie auf die Digitalisierungsprozesse des Partnernetzwerks, auf die Schwerpunktthemen des Projekts, aber auch auf das Projekt selbst ausgewirkt?

Am 2. November 2021 (09:30 – 13:00 Uhr, online) geben die Projektbeteiligten in kurzen Erfahrungsberichten einen Überblick über die Themen und Ergebnisse des Projekts „ALLE im digitalen Wandel“. Anschließend sind Interessierte herzlich eingeladen, sich auf einer digitalen Messe (3D-Umgebung) weitere Informationen und Hintergründe zum Projekt zu erschließen.  

Anmeldungen sind bis Donnerstag den 28. Oktober 2021 über jakob.buerkner@h-da.de möglich.

Agenda

09:30 – 09:35 UhrBegrüßung (Hochschule Darmstadt)Jakob Bürkner (h_da)
09:35 – 09:45 UhrBegrüßung (BAuA und BMAS)Dr. Götz Richter (BAuA) Eva Schubert (BMAS)
09:45 – 10:15 Uhr„ALLE im digitalen Wandel“Prof. Dr. Werner Stork (h_da) Prof. Dr. Pia Sue Helferich (h_da) Prof. Dr. Thomas Pleil (h_da)
10:15 – 11:30 UhrDialog & Diskurs: Highlights des ProjektesHochschule Darmstadt und Projektpartner
11:30 – 11:45 UhrPause 
11:45 – 12:00 UhrVirtuelle Messe @ Mozilla Hubs 
12:00 – 12:30 UhrQ&A‘s (Break-Out-Sessions) 
12:30 – 13:00 UhrResümee & AusblickHochschule Darmstadt und Projektpartner

(*) Fink & Fuchs AG, Wiesbaden; Kreisausschuss des Landkreises Darmstadt-Dieburg, Darmstadt; Kunzler Service GmbH, Frankfurt am Main; Merck KGaA, Darmstadt; Schenck.de AG, Mülheim an der Ruhr; VITRONIC Dr.-Ing. Stein Bildverarbeitungssysteme GmbH, Wiesbaden

Was fördert Resilienz? Ein kleiner Praxischeck

Aus dem Projektlabor in die Praxis

Dieburg, 07.05.2021 (jr) In der aktuellen Ausgabe der „Wirtschaftsdialoge“, des Mitgliedermagazins der Industrie- und Handelskammer Darmstadt Rhein Main Neckar, bildet „Corona“ den Schwerpunkt. Im Vordergrund steht dabei die organisationale Resilienz und wie sie Unternehmen und ihren Mitarbeitenden hilft, in dieser wie in zukünftigen Krisen zu bestehen.

In den Einführungsbeitrag („Resilienz: Was macht Unternehmen krisenfest?“) sowie in die anschließende Praxischeckliste fließen die Ergebnisse unseres Projekts „ALLE im digitalen Wandel“ ein.  

„Wie kann Resilienz in Unternehmen systematisch gefördert werden? Als eines der ersten Ergebnisse des BMAS-Experimentierraum-Projekts »ALLE im Digitalen Wandel« wurde mit fünf Partnern aus Südhessen – Merck aus Darmstadt, dem Landkreis Darmstadt-Dieburg, Vitronic und Fink & Fuchs aus Wiesbaden sowie Kunzlerstrom aus Maintal – ein Resilienz Check-up entwickelt. Dieser gibt Orientierung, was Unternehmen dabei beachten sollten, wenn sie ihre Resilienz erhöhen möchten.

»Es gilt dabei, alle wesentlichen Bereiche des Unternehmens zu betrachten und entsprechende Maßnahmen für eine möglichst hohe Resilienz zu initiieren«, sagt Werner Stork, der mit einem Team der Hochschule an dem Projekt mitarbeitet. Das fängt bei der strategischen Ausrichtung an und geht weiter über die Geschäftsprozesse, die technische Infrastruktur und die organisatorischen Strukturen bis hin zur Unternehmenskultur und den Kompetenzen der Mitarbeitenden und Führungskräfte.

Für die Umsetzung hat das Forscherteam einen dreistufien moderierten Prozess entwickelt, dessen Kern die Befragung und Analyse aller relevanten Bereiche und Einheiten des Unternehmens umfasst. Daraufhin werden nach einer Auswertung der Ergebnisse individuelle Handlungs- und Gestaltungsansätze für die Resilienz abgeleitet.“

Wirtschaftsdialoge, IHK Darmstadt Rhein Main Neckar, 02/ 2021
www.alle-im-digitalen-wandel.de/resilienz-check

Krisen sollte man nutzen! – Die Bedeutung der organisationalen Resilienz

Krisen sollte man nutzen! – Die Bedeutung der organisationalen Resilienz

Der Begriff „Resilienz“ stammt ursprünglich aus der Werkstoffkunde und beschreibt die Eigenschaft eines Stoffes, sich nach einer Verformung durch äußere Einwirkung wieder in seinen Ursprungszustand zurück zu bilden. Die Ingenieurswissenschaften sprechen von resilienten Anlagen, wenn es eingebaute Redundanzen und zusätzliche Reserven gibt, die in der Lage sind, technische Defekte oder Ausfälle zu überbrücken und „das System am Laufen zu halten“.

In der Psychologie wird der Begriff ganz in diesem Sinne zunächst als Widerstandsfähigkeit und Robustheit beschreiben. Dies ist zudem aber mit einer hohen Flexibilität und Agilität kombiniert – und besonders wichtig: Mit der Fähigkeit sich neu zu erfinden! Ein resilienter Mensch kann sich an Situationen schnell anpassen, kann Krisen ohne andauernde Beeinträchtigungen überstehen und findet die Ressourcen und die Kraft für Veränderungen und Neuerungen.

Resilienz in der modernen Betriebswirtschaft

In der modernen Betriebswirtschaftslehre schließlich gilt Resilienz als Grundlage für Robustheit und Agilität gleichermaßen. Wir sprechen von einer „inneren Qualität“ der Organisation. Resilienz bildet die Basis der unternehmerischen Innovationskraft und gilt als notwendige Voraussetzung für die Evolutionsfähigkeit von Organisationen.

Das Konzept der Resilienz lässt sich grundsätzlich auf alle Systeme übertragen. Man unterscheidet dabei in drei Dimensionen der Resilienz. Ein Unternehmen kann auf eine Krise zum Beispiel mit Resistenz (1) reagieren und dem Druck und der Belastung standhalten. Alleine führt dies allerdings dazu, dass das Leis-tungsniveau nachher dauerhaft niedriger bleibt. Erst über eine gute Regeneration (2) findet das Unternehmen zu seinem ursprünglichen Leistungsniveau und Entwicklungspfad zurück.

Ein resilientes Unternehmen kann auf eine Krise oder eine starke Verände-rung aber auch mutig und aktiv gestaltend reagieren. Durch ein schnelles und flexibles Anpassen und Eingehen auf die neuen Gegebenheiten kommt es dann zur Rekonfiguration (3). Es werden bewusst neue Wege beschritten, neue Produkte und Services sowie Prozesse und Geschäftsmodelle entstehen und liefern das Potential zu einer dauerhaften Steigerung des Leistungsniveaus.

Aufgrund der COVID-19 Pandemie bietet sich der aktuelle Zeitpunkt für weiterführende Analysen an, da sich während oder nach einer Krise die jeweilige Ausprägung der Resilienz besonders klar abzeichnet und in solchen Zeiten die Chancen für eine mutige und gestalterische Reaktion auf die Veränderungen besonders ausgeprägt sind. Im Rahmen des Experimentierraumprojektes werden wir die solche weiterführende Analyse gemeinsam mit unseren Partnerunternehmen durchführen.

Seminar-Reihe zur Organisationalen Resilienz startet am 27.10.2020

Seminar-Reihe zur Organisationalen Resilienz startet am 27.10.2020

Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Organisationale Resilienz“? Können Unternehmen widerstandsfähiger gegenüber den Herausforderungen einer zunehmend komplexen, volatilen und digitalisierten Umwelt werden? Worauf ist zu achten und wie steigert man die „Widerstandsfähigkeit“ ganzer Belegschaften?

Diesen und vielen weiteren Fragen gehen der INQA Fachkreis Demografie in einer Online-Seminar-Reihe zur Organisationalen Resilienz auf den Grund. Dabei werden auch die aktuelle und durch die Covid-19-Pandemie verschärfte Situation für Beschäftigte und Unternehmen aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Namhafte Referentinnen und Referenten aus Wissenschaft und Forschung sowie Praktikerinnen und Praktiker aus Unternehmen kommen zu Wort und teilen ihr Wissen mit Ihnen. Die Referentinnen und Referenten werfen Schlaglichter auf ausgewählte Branchen und verdeutlichen die Wirkung der Organisationalen Resilienz auf Unternehmen und Beschäftigte.

Gestärkt aus der Krise hervorgehen

Suchen Sie nach Antworten, wie Unternehmen und Beschäftigte die aktuelle Krise und die anstehenden Herausforderungen erfolgreich bewältigen oder sogar gestärkt daraus hervorgehen? Das erste Online-Seminar startet am 27.10.2020 um 10:30 Uhr mit dem Titel: „Haben resiliente Betriebe Krisen besser gemeistert?“

Jede Woche erwarten Sie mehrere spannende Themen bis kurz vor Weihnachten. Auch die Hochschule Darmstadt und das Projekt „Alle im digitalen Wandel“ sind mit einem Webinar am 09.12 mit dem Titel „Resilienz & Neugier – das unschlagbare Doppel für innovative und „enkelfähige“ Unternehmen beteiligt. Anmelden können Sie sich unter: https://www.h-faktor.de/organisationale-resilienz/.

Aus passiv wird aktiv oder: Veränderungskommunikation in Zeiten von Corona

Aus passiv wird aktiv oder: Veränderungskommunikation in Zeiten von Corona

Aus passiver Krisenkommunikation wird aktive Veränderungskommunikation; ein Prozess, der gerade in Zeiten von Corona vielen Unternehmen nicht leicht fällt. Kein Wunder, immerhin waren die letzten Wochen geprägt von Unsicherheit, rasanten Maßnahmen und einschneidenden Verordnungen. Umso wichtiger ist es nun, den Schritt heraus aus dem reaktiven Verhalten zu machen und wieder aktiv das Ruder in die Hand zu nehmen.  

 „Veränderungskommunikation in Zeiten von Corona“. Unter diesem Titel fand unser erster virtueller Roundtable mit Beteiligten aus den Unternehmen und der Kreisverwaltung Darmstadt-Dieburg statt. Als Roundtable verstehen wir ein digitales Veranstaltungsformat ähnlich einer offenen Diskussionsrunde, allerdings moderiert und mit kleinem Input zum Thema des Tages. In diesem Fall also „Veränderungskommunikation versus Krisenkommunikation“. Gestartet wurde mit einem kurzen Impuls in dem die aktuelle, sehr spezielle Situation der Veränderungskommunikation mit der klassischen Veränderungskommunikation in geführten Veränderungsprozessen verglichen wurde. Dabei ist aufgefallen, dass in Zeiten von äußeren, radikalen Veränderungen der Fokus klar auf der Verantwortung der Führungsebene und der Selbstverantwortung der Mitarbeitenden liegt. Zusammengefasst: Krisen sind Zeiten, in denen die Führung von außen und die Selbst-Führung entscheidend sind für den Prozess und Wachstum. Hier entscheidet sich, ob trotz äußerem Chaos sichere Strukturen, stabile Arbeitsprozesse und effektive Kommunikationsroutinen entwickelt werden, Vertrauen gesichert wird und innere Stabilität entsteht. Diese von Krisen bekannte Situation kann im Vergleich zu selbst initiierten Veränderungsprozessen nicht vorbereitet oder geplant werden, sondern erfolgt vor allem am Anfang reaktiv. Im späteren Verlauf sollte aber aktiv das Ruder in die Hand genommen werden, um die Kontrolle zu übernehmen und sich nicht von der Situation wahllos treiben zu lassen.

In der Diskussion mit unseren Projektpartnern kristallisierte sich schnell heraus, dass vor allem das Erschaffen von Kommunikationsroutinen eine Herausforderung im Arbeitsalltag in den letzten Wochen darstellte. Fachlich zeigte sich, dass die beteiligten Unternehmen zunächst in die Krisenkommunikation wechselten. In einer zweiten Stufe geht diese nun stärker in Veränderungskommunikation über. Vor allem in der ersten Phase ging es intern um die klare Kommunikation von Regeln.

Digitale Mittagspause für die zwischenmenschliche Kommunikation

Die Diskutanten waren sich außerdem einig, dass auch die Herausforderungen auf zwischenmenschlicher Ebene groß sind: Gerade spontane Zusammentreffen auf dem Gang, gemeinsame Gespräche in der Kaffeepause und After-Work-Sessions werden aktuell vermisst und können nur schwer digital ersetzt werden. Soweit möglich, wurden jedoch verschiedene Ansätze erprobt: Da haben unsere Unternehmen zum Beispiel digitale Mittagspausen eingeführt oder After-Work-Sessions per Videokonferenz, es wurde mit neuen Kommunikationskanälen und Tools experimentiert und aus dem Nichts Home-Office Strukturen für mehrere hundert Mitarbeiter aufgebaut – Respekt!

Allerdings sind die Herausforderungen für alle Beteiligten oft groß: Haben Mitarbeiter:innen der Unternehmen ohnehin schon unterschiedliche Arbeitszeitmodelle, so zwingt die Corona-Krise vor allem Eltern kleiner Kinder zu teilweise extremen Arbeitszeiten. Die Unternehmenskommunikation muss deshalb, so die Diskussion, mit synchronen und asynchronen Angeboten reagieren. Doch auch die sehr diversen technischen Begebenheiten und der schnelle Umstieg ins Home-Office stellten die Teams in den letzten Wochen vor große Herausforderungen. Nun, nach der ersten Phase der radikalen und erzwungenen Veränderung sehen einige der Partnerbetriebe auch eine große Chance auf Transformation – und die Kommunikation muss dabei neue Möglichkeiten schaffen, alle einzubeziehen.

Noch ist unklar, wann im Projekt wieder Veranstaltungen in den Experimentierräumen stattfinden können. Deshalb wurde entschieden, die digitalen Roundtables als festen Teil in den Projektplan aufzunehmen. Vorgesehen ist, dass alle Beteiligten über unsere digitale Lern- und Experimentierplattform Themenvorschläge einbringen und wir immer zu einem Thema diskutieren. Wir freuen uns auf weitere, spannende Diskussionen und Learnings, auf neue Arbeitsprozesse und digitales Experimentieren. Auf Chancen und Herausforderungen.